Morianton war ein Mann von heftigem Gemüt

Nachdem Morianton erkannt hatte, dass das Volk des Landes Lehi bei Moroni um Beistand ersucht hatte, wollte er das Land nordwärts von Lehi in Besitz nehmen (Alma 50:28-29). „Und siehe, sie hätten diesen Plan ausgeführt (und dies wäre die Ursache für Wehklagen gewesen), aber siehe, Morianton war ein Mann von heftigem Gemüt, darum war er auf eine seiner Mägde zornig, und er fiel über sie her und schlug sie sehr. 31  Und es begab sich: Sie floh und kam in das Lager Moronis hinüber und erzählte Moroni alles von dieser Sache und auch von deren Absicht, in das Land nordwärts zu fliehen.“ (Alma 50:30-31).

Morianton war ein Mann von heftigem Gemüt. Aufgrund der unberechtigten Landforderungen des Volkes Morianton, floh das Volk im Land Lehi zum Lager Moronis. Aufgrund der Angst vor Repressalien seitens Moronis Truppen, wollte Morianton mit seinem Volk das Land nordwärts in Besitz nehmen. Vorher wurde er aber noch aufgrund seines `heftigen Gemüts´ zornig auf eine seiner Mägde, und misshandelte sie. Daraufhin floh auch diese zu Moroni und legte dort die Pläne Moriantons offen.

Martin Luthers Frau soll ihrem Mann ein `heftiges Gemüt´ bescheinigt haben und Johannes Mathesius (1504-1565) sagt über Martin Luther: „Ernstlich war er auch bisweilen in seinen Predigten und ließ sich mit heftigem Gemüt hören, wenn man ihn erzürnet. Wem ein Ding ernst ist, der kann nicht allweg scherzen, oder gar zu laulicht sein oder zu leise gehen.“ (siehe hier; laulicht könnte in diesem Kontext so viel bedeuten wie: mild). Das ist auch noch so eine Sache, an der ich an mir zu arbeiten habe. Bisweilen habe ich auch ein `heftiges Gemüt`, wenn ich mich gereizt fühle. Mir fällt es dann manchmal schwer, nicht laut zu werden. Lange Zeit habe ich gedacht, dass ich das überwunden hätte. Aber hier und da ertappe ich mich dabei, wie ich auf persönliche Angriffe gereizt reagiere. Wenn es dann mal passiert, dass ich etwas heftiger reagiere, selbstverständlich ohne Misshandlungen, tut es mir auch sogleich  sehr leid und ich entschuldige mich. Ich arbeite dran, `laulicht´ – milde – zu reagieren. Ich mache mir klar, dass ich mit einem lauten Organ den Heiligen Geist übertöne und seine Einflüsterungen nicht mehr empfinden kann (Helaman 5:30). Welche Erfahrungen hast du schon mit einem `heftigen Gemüt´ gemacht?

Martin Luther(Bild: Quelle)

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Hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben

Nach wenigen Jahren des Friedens zwischen Lamaniten und Nephiten und einer sehr glücklichen Zeit (Alma 50:23-24), fasst Mormon zusammen: „Und es begab sich: Zu Beginn des vierundzwanzigsten Jahres der Regierung der Richter wäre auch Frieden unter dem Volk Nephi gewesen, hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben in bezug auf das Land Lehi und das Land Morianton, das an die Grenzen von Lehi anschloß; beide aber lagen im Grenzgebiet an der Meeresküste.“ (Alma 50:25).

Hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben. Nachdem Hauptmann Moroni mit seinen Truppen die Lamaniten um die 70 v. Chr. aus ihren Städten vertrieben hatten, bauten sie, zur besseren Befestigung und Verteidigung ihres Landes, viele neue Städte: Moroni, Nephihach und eine besondere Stadt Namens Lehi (Alma 50:13-15; die `besondere Stadt´ Lehi, vielleicht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Morianton). Sie lagen im Osten an der Grenze zum Meeresufer. Das Volk Nephi gedieh und wurde sehr reich und groß an Zahl (Alma 50:18). Trotz, oder gerade wegen dieses gesegneten Zustandes, entwickelten sich hitzige Grenzstreitigkeiten zwischen einer Gruppe, die im Land Morianton lebte und den benachbarten Lehiten (Alma 50:26). Die Moriantoniten, aufgewiegelt durch einen gewissen Morianton, einem Mann mit einem `heftigen Gemüt´ (Alma 50:28,30), wollten ihre unberechtigten Ansprüche am Land Lehi mit Waffengewalt durchsetzen. Zur geografischen Orientierung der Lage der Städte zueinander siehe Karte unten.

Wieder lernen wir, wie ein Einzelner, mit besonders schlechten Charaktereigenschaften, hitzige Debatten auslösen und zu einem Krieg ausarten lassen kann. Ich lerne, dass ich Menschenkenntnis – die auf Erfahrung basierende Fähigkeit, Menschen richtig einzuschätzen – entwickeln muss, um mich nicht mit solche Leute, die mit schmeichlerischen Worten versuchen ihre nichtigen Ziele zu erreichen, einzulassen, geschweige denn in wichtige Gremien zu wählen. Ich vergleiche die Charaktereigenschaften, die Körpersprache (Mimik und Gestik) und die Wortwahl meines Gegenübers mit denen von Jesus Christus. Hierbei muss ich darauf achten, unbewusst ablaufende `Wahrnehmungsfehler´ zu vermeiden. Dazu ist es erforderlich, sich zunächst selber einzuschätzen. Welches sind meine Stärken, welches meine Schwächen, wie ist meine Außenwirkung. Wie entwickelst du Menschenkenntnis?

Alma 50_13-15
(Bild: Quelle)

Sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten

Mormon erinnert an die Verheißung, die der Herr Lehi vor etwa 500 Jahren gegeben hatte (2. Nephi 1:9-12): „Gesegnet bist du und deine Kinder; und sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten, wird es ihnen wohl ergehen im Land. Aber denke daran, insofern sie meine Gebote nicht halten, werden sie von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten werden.“ (Alma 50:20).

Sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten. Mormon zeigt in den nächsten Versen auf, wie sich die Verheißungen des Herrn auch tatsächlich erfüllen. Durch Abkehr vom Herrn haben sie Krieg und Vernichtung über sich gebracht. Diejenigen, die dem Herrn treu waren, wurden aber befreit. In den Tagen Moronis gab es unter den Nephiten sogar die glücklichsten Tage (Alma 50:21-23).

Ich denke dabei an die `Generalkonferenz´, die Mosia um 124 v. Chr. einberief, in der sein Vater, König Benjamin, eine große Rede hielt, in der er u. a. an alle alten und jungen Menschen und an alle Kinder gewandt, zum Ausdruck brachte, dass sie den „… gesegneten und glücklichen Zustand derjenigen betrachten …“ sollten, die die Gebote Gottes halten und darin bis ans Ende aushalten. Sie würden in den Himmel aufgenommen werden, in einen „… Zustand nie endenden Glücks …“ (Mosia 2:41). `Nie endendes Glück´, das ist doch ein Ziel, für das sich jegliche Anstrengung lohnt. Das Streben nach irdischem Reichtum führt nur zu vergänglichem, endlichem, Glück. Ich bemühe mich hauptsächlich darum, die Gebote Gottes mehr und mehr kennenzulernen und in meinem Leben immer besser zu erfüllen, indem ich eifrig in den Schriften forsche und mit meinen Bemühungen sie anzuwenden, `nie aufgebe´. Was denkst du über den Zustand nie endenden Glücks?

Aufgeben kannst du bei der Post(Bild: Quelle)

Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf

Obwohl sie die Lamaniten zurückgedrängt, besiegt und Frieden hergestellt hatten, „… begab es sich: Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf, nämlich um sein Volk gegen die Lamaniten zu verteidigen; denn er veranlaßte, daß seine Heere begannen, zu Beginn des zwanzigsten Jahres der Regierung der Richter, daß sie damit begannen, rings um alle Städte im ganzen Land, das die Nephiten im Besitz hatten, Erdhaufen aufzuwerfen.“ (Alma 50:1).

Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf. Hauptmann Moroni hatte mit seinen nephitischen Soldaten die Lamaniten besiegt, in ihre eigenen Ländereien wieder zurückgetrieben und somit beständigen Frieden wiederhergestellt (Alma 49:30). Dabei beließ er es allerdings nicht. Weil er davon ausgehen musste, dass der Feind es wieder versuchen würde, strengte er sich weiterhin an, Schwachstellen zu identifizieren und zu Festungen, die für den Feind unüberwindbar sind, auszubauen. Auf die aufgeworfenen Wälle ließ er noch Befestigungsanlagen aus Holz und Beobachtungstürme errichten (Alma 50:2-6).

Hieraus lerne ich, dass ich, auch wenn ich meine, dass ich Satans Attacken abschmettern kann, ich nicht aufhören darf, nach weiteren Schwachstellen (Ether 12:27) in meinem Charakter zu suchen, um diese dann mithilfe des Herrn in Stärken umzuwandeln (Ether 12:37). Ich werde also in einer IST-Analyse Schwächen aufdecken, sie dem Soll-Zustand – Vorgaben des Evangeliums – gegenüberstellen und dann an meiner Entwicklung gebeterfüllt mit der Hilfe des Herrn arbeiten (Jakob 4:6-7). Wie bearbeitest du erkannte Schwachstellen?

Symantec Schwachstellenanalyse
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So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde

Hauptmann Moroni hatte jede Stadt im ganzen Land stark befestigt, womit die Lamaniten nicht gerechnet hatten, auch den schwächsten Teil, und er hatte auch noch Lehi, den die Lamaniten aus einem früheren Kampf fürchteten, als Befehlshaber dieser Stadt ernannt. Nachdem die obersten Hauptleute der Lamaniten geschworen hatten die Stadt auf jeden Fall anzugreifen, mussten sie es tun. Die Nephiten waren, wie wir sehen, äußerst gut vorbereitet (Alma 49:13-22). „So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde; und so versuchten die Lamaniten, die Nephiten zu vernichten, bis ihre obersten Hauptleute alle getötet waren; ja, und mehr als eintausend Lamaniten wurden getötet; während auf der anderen Seite nicht eine einzige Seele der Nephiten getötet worden war.“ (Alma 49:23).

So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde. Nachdem Hauptmann Moroni sich entsprechend seiner Weisheit (Alam 49:15) auf alle Szenarien der Angreifer vorbereitet hatte, waren die Lamaniten machtlos. Alle ihrer obersten Hauptleute wurden getötet und der Rest floh in die Wildnis, kehrten zu  Amalikkja zurück und berichteten ihm, worauf dieser überaus zornig auf sein Volk wurde. Ja er verfluchte sogar Gott (Alma 49:25-27). Auf der anderen Seite sehen wir wieder den gottesfürchtigen Moroni und sein Volk, die Gott für seine Hilfe dankten und es trat wieder Frieden ein (Alma 49:28-30).

Ich lerne wieder, dass ich die Strategien Satans (lies auch gerne hier, allerdings nur Englisch, aber es gibt ja z. B. den google Übersetzer) aus der Heiligen Schrift lernen, und mich so auf seine Angriffe vorbereiten kann. Ich muss meine Zufluchtsorte – mein Heim mit meiner Familie – befestigen, sodass ich sie verteidigen und er nicht eindringen kann (Alma 48:8). Hilfe erfahre ich dabei dadurch, dass ich mich regelmäßig mit meinen Geschwistern in der Kirche zusammenfinde, Erfahrungen austausche, und beim Abendmahl meine Bündnisse mit dem Herrn erneuere. So erhalte ich die Zusage, dass „… sein Geist immer …“ mit mir sein wird (Lehre und Bündnisse 20:77). Und sein Geist hilf mir, Wahrheit zu erkennen (Johannes 14:26). Wie gehst du vor, deine Zufluchtsorte zu befestigen?

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Das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts

Mormon berichtet weiter in seiner Zusammenfassung über die Geschehnisse um 72 v. Chr. unter den Nephiten: „Nun, wenn König Amalikkja aus dem Land Nephi an der Spitze seines Heeres herabgekommen wäre, so hätte er die Lamaniten vielleicht veranlaßt, die Nephiten bei der Stadt Ammoniha anzugreifen; denn siehe, das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts.“ (Alma 49:10).

Das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts. Diese Aussage lässt auf das Führungsverhalten Amalikkjas Rückschlüsse zu. Sein Handeln wird alleine durch die Befriedigung seiner eigenen Interessen bestimmt. Um sie zu erreichen, `geht er über Leichen´. Im Gegensatz zu ihm freut sich Moroni über die Freiheit, die Segnungen des Herrn und das Wohlergehen seines Volkes (Alma 48:12).

Amalikkja ist für mich also ein abschreckendes Beispiel. Sein Vorgehen, um seine egoistischen Ziele zu erreichen, ist skrupellos, rücksichtslos und brutal – `er geht über Leichen´. Dieser Ausspruch beschreibt einen Kämpfer aus der Zeit Mann gegen Mann, der sogar über Leichen seiner eigenen Leute schreitet, um weiter vorne den Kampf fortzuführen (1. Makkabäer 5:51). Heute beschreibt man mit dieser Redensart jemanden, der auch nicht vor Mord und Totschlag zurückschreckt, um seinen Plan zu realisieren. Klar, dass ich mich vor solchen Führern hüte. Ich bin dankbar, dass ich einen solchen Führer knapp verpasst hatte (1933-1945), nachdem ich erst Ende 1945 in Deutschland auf die Erde kommen durfte, und bedaure meine Eltern, die ihn erleben mussten und glücklicherweise überlebt haben, um mir ein gutes Beispiel geben zu können. Unzählige Menschen kamen wegen diesem Führer grausam ums Leben, nur weil er sein Ziel erreichen wollte, sein drittes Reich, welches `tausend Jahre´ dauern sollte. Welche Erlebnisse hattest du schon in Bezug auf Menschen, die `über Leichen gehen´?

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Weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren

Die Lamaniten zogen in den Kampf gegen die Nephiten in der Annahme, dass sie sie diesmal überwinden könnten (Alma 49:1-4). Allerdings „… waren diesmal die obersten Hauptleute der Lamaniten überaus erstaunt, weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren.“ (Alma 49:5).

Weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren. Die Nephiten, angeführt durch ihren obersten Feldherrn Moroni, haben aus der Vergangenheit gelernt und ihre Festungen verstärkt, insbesondere diejenigen, von denen sie meinten, dass die Lamaniten dort vermuteten `leichtes Spiel zu haben´ – ohne große Mühe an ihr Ziel kommen zu können. Wie hatten sie sich doch getäuscht (Alma 49:6-7).

Hier sehe ich wieder ein Beispiel für meinen Alltag. Satan hat mich schon in verschiedenen Bereichen angegriffen und versucht mich zu Fall zu bringen. Das ist ihm auch immer wieder, mal mehr oder weniger erfolgreich, gelungen. Aber ich habe gelernt, dass er es immer wieder probieren würde. Deshalb habe ich meine Schwachstellen verstärkt. Wie habe ich das gemacht? Indem ich sie analysiert habe und herausgefunden habe, wo das Einfallstor beim nächsten Versuch sein könnte. Und genau da habe ich versucht, die Rüstung zu platzieren bzw. zu verstärken. Ich habe um göttliche Hilfe gebetet und gefastet und meine Einstellung in den entsprechenden Punkten überdacht und mehr dem Willen des Herrn angepasst – eine Herzenswandlung vollzogen (Alma 5:26-27). Dabei hat mir das Schriftstudium geholfen und ich habe versucht auf die feine und leise Stimme des Geistes zu achten (Hesekiel 36:27). Dann stelle ich mir vor, quasi als Belohnung, wie enttäuscht Satan sein wird, wenn er beim nächsten Angriff meine Schutzvorkehrungen sieht, er wider Erwarten `kein leichtes Spiel´ mit mir hat und verzweifelt nach anderen Schlupflöchern sucht, die ich auch wieder stopfen werde, auf eine ihm unbekannte Art (Alma 49:8-9). Wie verstärkst du deine Schwachstellen?

Home safe Home?Den Schutz vor Einbruchversuchen Satans erhöhen
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