Er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Korianton in Bezug auf die Bestrafung der Sünder (Alma 42:1): „Nun siehe, mein Sohn, ich werde es dir erklären. Denn siehe, nachdem der Herr, Gott, unsere ersten Eltern aus dem Garten von Eden weggeschickt hatte, den Boden zu bebauen, von dem sie genommen worden waren—ja, er holte den Menschen heraus, und er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert, die ringsum kreisten, um den Baum des Lebens zu bewachen—„ (Alma 42:2)

Er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert. Kerubim (Plural von Kerub) begegnen wir außer zur Bewachung des Baumes des Lebens im Garten von Eden (Genesis 3:24; Köstliche Perle Mose 4:31) auch noch auf der Deckplatte der Bundeslade, um die Sühneplatte zu beschirmen (Exodus 25:18-22; Hebräer 9:5), dann in der Gotteswohnung im Tempel Salomos (1. Könige 6:23-28), und in den Visionen Ezechiels als Begleiter eines himmlischen Wagens, auf dem Gott thront (Ezechiel 10; 11:22).

Was sind nun Kerubim? Offensichtlich stellen sie himmlische Wesen dar, die die Aufgabe haben, heilige Stätten zu bewachen. Im Garten Eden mit dem lodernden Schwert den Zugang zum Baum des Lebens, auf der Bundeslade mit ihren Flügeln die Sühneplatte. Außer Flügel hatten sie Gesichter (Exodus 37:9) und etwas, was wie Menschenhände aussah (Ezechiel 10:20-21). Mehr ist uns nicht bekannt. Wieder lerne ich, dass es Geheimnisse Gottes gibt (geistige Wahrheiten, die nur durch Offenbarung erkannt werden), die uns noch nicht offenbart sind (Alma 40:3). Deshalb mache ich mir über solche Geheimnisse keine weiteren Gedanken. Übrigens, eine weitere besondere Art von himmlischen Wesen sind die `Serafim´, die offensichtlich die spezielle Aufgabe des Lobpreisens haben (Jesaja 6:2-3; Lehre und Bündnisse 109:79). Wie gehst du mit nicht offenbarten Geheimnissen um?

Bundeslade mit zwei Kerub
(Bild: Quelle)

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Dass es noch etwas gibt, was deinen Sinn beunruhigt, was du nicht verstehen kannst

Alma der Jüngere spricht weiter zu seinem Sohn Korianton: „Und nun, mein Sohn, bemerke ich, dass es noch etwas gibt, was deinen Sinn beunruhigt, was du nicht verstehen kannst—nämlich in bezug auf die Gerechtigkeit Gottes bei der Bestrafung des Sünders; denn du neigst zu der Meinung, es sei ungerecht, wenn der Sünder einem Zustand des Elends überantwortet wird.“ (Alma 42:1).

Dass es noch etwas gibt, was deinen Sinn beunruhigt, was du nicht verstehen kannst. Verstehen in diesem Zusammenhang bedeutet m. E., den Sinngehalt, die Bedeutung von etwas verstandesmäßig erfassen. Wenn ich bestimmte Inhalte nicht verstehen kann, mache ich mir darüber weitere Gedanken und versuche die Bedeutung für mich zu klären. Kann ich das in bestimmten Fällen nicht, so kann es je nach Thematik sein, dass mich dies beunruhigt, nicht in Ruhe lässt. Dies wiederum kann sogar zu gesundheitlich nachteiligen Folgen für mich führen.

Wenn mich eine solche Ungewissheit bedrückt, und ich sie alleine nicht klären kann, werde ich mich an jemanden wenden, dem ich die notwendige Kenntnis zutrauen und mir durch ihn helfen lassen. Geht mir dann immer noch kein Licht auf, werde ich mich an denjenigen wenden, der mir die Geheimnisse Gottes erklären kann, den Heiligen Geist (1. Nephi 10:19). Wie wir aber in der Schriftstelle auch lesen, ist eine Voraussetzung, dass ich mich eifrig bemühe. Natürlich kann ich es mir leicht machen und mir Unverständliches durch jemanden, der es versteht, erklären lassen. Das bringt mir aber weniger Gewinn (Lehre und Bündnisse 9:7). Wenn ich mich aber selber eifrig bemühe, die Problematik durchdenke und für mich eine Lösung finde, so hilft mir das mehr, als wenn ich einfach die Lösung präsentiert bekomme. Ich habe eine größere Befriedigung und vor allem eine tiefere Erkenntnis erlangt. Habe ich dann für mich eine Erklärung gefunden, bitte ich noch den Herrn, mich durch die Macht des Heiligen Geistes wissen zu lassen, ob meine Gedanken richtig sind. Und wenn sie richtig sind, wird mir mein Herz brennen und ich werde fühlen, dass es richtig ist (Lehre und Bündnisse 9:8), im gegenteiligen Fall bleiben diese Gefühle aus (Lehre und Bündnisse 9:9) und ich muss weitersuchen. Wie gehst du vor, wenn du etwas nicht verstehst?

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Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen

Nun fragt Alma der Jüngere seinen Sohn Korianton, was `Wiederherstellung´ bedeutet (Alma 41:12) und erklärt es ihm (Alma 41:13) und fordert ihn dann auf: „Darum sieh zu, mein Sohn, dass du zu deinen Brüdern barmherzig bist; handle gerecht, richte rechtschaffen und tue beständig Gutes; und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen; ja, dir wird Barmherzigkeit wiederhergestellt werden; dir wird Gerechtigkeit wiederhergestellt werden; dir wird ein rechtschaffenes Gericht wiederhergestellt werden; und dir wird wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ (Alma 41:14).

Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen. Wenn ich diesen Ausschnitt lese, muss ich an Jesus Christus denken und was Simon Petrus der im Haus des Kornelius versammelten Menschenmenge über ihn mitteilte: „… wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:38).

Alma sagt hier, wenn wir Gutes tun, wird uns Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und ein rechtschaffenes Gericht erwarten und uns würde „… wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ Das sehe ich als eine Gesetzmäßigkeit an, so wie z. B. die Gravitationskraft bewirkt, dass Massen sich gegenseitig anziehen. Hast du es schon mal ausprobiert, was passiert, wenn du jemanden anlächelst? Der berühmte französische Autor Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) sagte: „Ein Lächeln ist oft das Wesentliche. Man wird mit einem Lächeln belohnt oder belebt.“ So wie ich mein Lächeln trainieren kann, kann ich auch trainieren, beständig Gutes zu tun. Nicht aus der Motivation heraus, dass mir als Gegenleistung auch Gutes widerfährt (Alma 41:15), sondern weil ich gerne dem Vorbild Jesu nacheifern möchte. Es gibt ein wunderbares Lied in der Kirche mit folgendem Text: „Ich möchte so sein wie Jesus, will folgen ihm jeden Tag, will liebevoll sein wie Jesus, was immer ich tu und sag. Doch sollt ich versucht sein, das Falsche zu tun, kommt die leise Stimme und sie lässt mich nicht ruhn. Sie sagt: Liebet einander wie Jesus euch liebt, seid immer freundlich bei dem was ihr tut. Im Denken und Handeln seid liebevoll stets: So hat es uns Jesus gelehrt.“ (hier kannst du es dir anhören mit dem Text und hier vom Tabernakelchor gesungen). Ich zögere nicht, wenn ich um Hilfe gebeten werde, sondern bin gerne bereit zu dienen, Hilfsbedürftigen meine Unterstützung zu geben. Wie stehst du dazu, beständig Gutes zu tun?

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Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind

Nachdem Alma der Jüngere mit seinem Sohn Korianton über Sünde gesprochen hatte, erklärt er: „Und nun, mein Sohn, alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand oder, wie ich sagen möchte, in einem fleischlichen Zustand sind, die sind in der Galle der Bitternis und in den Banden des Übeltuns; sie sind ohne Gott in der Welt, und sie haben sich gegen die Natur Gottes gewandt; darum sind sie in einem Zustand, der der Natur des Glücklichseins entgegen ist.“ (Alma 41:11).

Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind. Ist ein `natürlicher Zustand´ nicht etwas Gutes? Gerade in unserer Zeit der Gentechnik, der künstlichen Düngung um mehr und schneller Ernteertrag zu erzielen, wünschen sich viele Verbraucher doch das `Zurück zur Natur´, einen `natürlichen Zustand´ der Lebensmittel. Ist dann nicht auch der `natürliche Zustand´ des Menschen etwas Positives?

Es ist eine Sache der Perspektive. Aus Sicht des ewigen Lebens betrachtet, ist ein ´natürlicher Zustand` ein Zustand, der durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden zustande kam (Genesis 3). Sie hatten sich dafür entschieden, sterblich zu werden, um die für das ewige Leben notwendigen Fortschritte in einem sterblichen Körper machen zu können (Köstliche Perle Mose 5:11). Der `gefallene Zustand´, in den der Mensch dadurch eintrat, wird als ´fleischliche Natur´ bezeichnet (Lehre und Bündnisse 20:17-20; Mosia 16:5). Dieser `natürliche Mensch´ lebt sein Leben hier auf Erden ohne Gott, ja, wenn er sich mit Satan verbündet, ist er sogar ein Feind Gottes. Diesen `natürlichen Zustand´ können wir nur dadurch ablegen, indem wir auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes achten und ihnen nachgeben, das Sühnopfer von Jesus Christus annehmen und dadurch ein `Heiliger´ (Mosia3:19), ein Jünger Jesu in Wort und Tat werden (Lehre und Bündnisse 41:5). Täglich bemühe ich mich, den `natürlichen Menschen´ abzulegen und gegenüber dem Wort Gottes fügsam wie ein Kind zu werden. Wie verstehst du das mit dem ´natürlichen Zustand´ des Menschen?

(BIld: Quelle)

Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Korianton: „Meine nicht, weil über Wiederherstellung gesprochen worden ist, dass du von Sünde zum Glücklichsein wiederhergestellt werden würdest. Siehe, ich sage dir, schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht.“ (Alma 41:10).

Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht. Wie Samuel der Lamanite um 6 v. Chr. das Volk in Zarahemla belehrt, ist es gegen die Natur der Rechtschaffenheit unseres Gottes, wenn wir in Übeltun Glücklichsein suchen (Helaman 13:38). Das geht einfach nicht zusammen und gilt ebenso auch heute noch für uns, so wie die Naturgesetze damals als auch heute ihre Gültigkeit hatten und haben.

Was bedeutet Glück eigentlich? Bei Glück handelt es sich um momentane bis hin zu anhaltenden, von friedvollen bis hin zu ekstatischen Empfindungen. Es kann ein innerlicher empfundener Zustand sein – jemand verspürt z. B einen unbeschreiblich kostbaren inneren Frieden, oder auch ein äußeres günstiges Ereignis – jemandem wird ein hochwertiges Geschenk gemacht. Der Mensch ist ständig auf der `Suche nach Glück´. Viele Menschen suchen das Glück in Verhaltensweisen, die nicht im Einklang mit Gottes Geboten stehen, z. B indem sie ungerechte Herrschaft ausüben (Lehre und Bündnisse 121:37). Andere wiederum wenden sich der einzigen Quelle wahren Glücks zu, dem „… Plan des Glücklichseins, der ebenso ewig ist wie das Leben der Seele.“ (Alma 42:16). Dieser Plan ist auch bekannt unter dem Namen `Plan der Erlösung´. Dieser Plan enthält die Fülle des Evangeliums von Jesus Christus und ist dazu entworfen worden, „… die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Köstliche Perle Mose 1:39). Hingegen täuscht der Satan Glück vor mit dem Ziel, „… dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.“ (2 Nephi 2:27). Ich wähle anstatt des kurzweiligen Vergnügens lieber dauerhaftes Glück, das mit geistigem Wachstum, Dienen und Anstrengung einhergeht (Lies auch gerne den Artikel: „Das Evangelium: Der Weg zum Glück“). Welche Art des Glücklichseins strebst du an?

girl with butterflyFoto von Getty Images
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Wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre

Alma der Jüngere warnt seinen Sohn Korianton: „Und nun siehe, mein Sohn, wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre, worin du es bisher gewagt hast, Sünde zu begehen.“ (Alma 41:9).

Wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre. Worin sollte Korianton keinen Anstoß gegen Gott mehr wagen? Zu Beginn seines Vater-Sohn-Gespräches hat Alma seinem Sohn Korianton eine Rückmeldung über seine Verfehlungen gegeben: Kein Beispiel an seinem älteren Bruder genommen, nicht so viel Beachtung dem Wort seines Vaters geschenkt, geprahlt, Mission verlassen und zur Dirne gegangen (Alma 39:1-3). Dann hat er ihn gefragt, ob er nicht wisse, dass Unkeuschheit ein Gräuel in den Augen Gottes ist (Alma 39:5) und fordert ihn direkt auf, Umkehr zu üben und nicht mehr der Begierde seiner Augen zu folgen (Alma 39:9).

Für mich entnehme ich daraus, dass auch ich keinen Anstoß mehr gegen Gott in den Punkten seiner Lehre wagen soll. Insbesondere, wenn ich eine schwerwiegende Übertretung begangen habe, wie z. B. Unkeuschheit, und Umkehr geübt habe, dann muss ich alles dransetzen, nicht wieder dieselbe schwere Sünde zu begehen. Warum, kann ich in Lehre und Bündnisse erfahren: „Aber dem, der Ehebruch begangen hat und mit seinem ganzen Herzen umkehrt und davon lässt und es nicht mehr tut, sollst du vergeben; 26  tut er es aber wieder, so soll ihm nicht vergeben werden, sondern er soll ausgestoßen werden.“ (Lehre und Bündnisse 42:25-26). Wie leicht man schon in das Fahrwasser des Ehebruchs geraten kann, sagt mir Christus in der Bergpredigt: „Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ (Matthäus 5:28). Also offensichtlich eine ganz heikle Angelegenheit, die enorme Selbstbeherrschung verlangt. So muss ich mich ständig darin üben, nicht der Begierde meiner Augen zu folgen (Alma 39:9), denn Gedanken folgen meistens Taten. Im Bild unten steht ein Aphorismus des Talmuds (Auslegung der biblischen Gesetzestexte durch Rabbiner für die Anwendung im Alltag) was aus Gedanken werden kann. Welche Gedanken bewegen dich in dieser Angelegenheit?

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Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich


Alma der Jüngere zu seinem Sohn Korianton: „Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich; darum ist der Weg bereitet, so dass ein jeder, der will, darauf gehen und errettet werden kann.“ (Alma 41:8).

Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich. Dass dem so ist, wird auch in den Psalmen bestätigt (Psalm 33:11). Aufgrund der heiligen Schriften wissen wir, dass die Götter schon im Vorherdasein Rat hielten und ihre Beschlüsse auch umsetzten (Abraham 4:26; 5:2). Im großen Rat im Himmel taten sie uns ihre Ratschlüsse auch schon kund und wir waren von ihnen begeistert (Hiob 38:4-7). Dann kamen wir auf die Erde und hatten auf das Wissen aus unserem Vorherdasein, keinen Zugriff mehr – ein Schleier des Vergessens blockiert unsere Erinnerung an das vorirdische Dasein (Lehre und Bündnisse 110:1).

Wenn sie unveränderlich sind, dann sollten wir diejenigen Ratschlüsse, die sich auf unsere Vorbereitungszeit hier auf Erden beziehen, auch kennenlernen. Dies ist uns dadurch möglich, dass sie uns der Herr durch seine Propheten kundtut (Amos 3:7; Ether 2:11). Ich finde also alle für mein Leben relevanten Ratschlüsse in den heiligen Schriften. Mir ist klar, will ich den allumfassenden Ratschluss des Herrn, die Unsterblichkeit und das ewige Leben (Mose 1:39), tatsächlich auch erreichen, ich seine Ratschlüsse nicht verachten darf (Psalm 107:11). Auch ist mir klar, dass ich im Laufe meines Lebens viele Pläne schmiede, aber, dass nur die Ratschlüsse des Herrn von Bestand sind (Sprüche 19:20-21). Also bin ich mein ganzes Leben lang, mit zunehmendem Alter immer intensiver, bemüht, seine Ratschlüsse kennenzulernen und in meinem Leben anzuwenden. Wie gehst du mit den Ratschlüssen des Herrn um?

Seine Ratschlüsse kennenlernen
(Bild: Quelle)