Sie fasteten viel, und … beteten Gott mit überaus großer Freude an

Nachdem der Herr den Nephiten aufgrund ihrer Glaubenstreue im Streit mit den Lamaniten zum Sieg verholfen hatte, „… begab es sich: Das Volk Nephi war überaus erfreut, weil der Herr es abermals aus den Händen ihrer Feinde befreit hatte; darum dankten sie dem Herrn, ihrem Gott; ja, und sie fasteten viel und beteten viel, und sie beteten Gott mit überaus großer Freude an.“ (Alma 45:1).

Sie fasteten viel, und … beteten Gott mit überaus großer Freude an. Zwei meiner Enkel wollten bei mir zwischen Weihnachten und Neujahr übernachten, was ich ihnen auch zusagte. Bei der letzten Übernachtungsserie gab es allerdings an zwei Tagen hintereinander jeweils ein Nichteinhalten wesentlicher Absprachen. So zog ich meine Zusage zurück. Als sie dann am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Besuch kamen, sprach ich nochmals mit ihnen über die Angelegenheit, und weil ich sie lieb habe und sie mir in ihrer Situation leidtaten, sagte ich ihnen, dass sie doch bleiben dürften. Ihre Freude darüber sprang ihnen aus den Augen und sie umarmten mich und bedankten sich ganz herzlich.

Geht es uns mit unserem himmlischen Vater nicht ähnlich? Ihm gegenüber haben wir die Möglichkeit einen tiefen Herzenswunsch, den wir an ihn haben, durch Fasten – freiwilligen Verzicht auf Speis und Trank -, der Ernsthaftigkeit unserer Bitte Nachdruck zu verleihen (Daniel 9:3). Dadurch demütigen wir uns (Psalm 35:13 in der King James Version, weil es dort heißt: „I humbled my soul with fasting“ – „ich demütigte meine Seele mit Fasten“) und wir nähern uns Gott auf eine besonders intensive Art und Weise (Daniel 9:3), steigern unsere Geistigkeit (beispielhaft das Austreiben böser Geister geht nur durch Fasten und Beten, Matthäus 17:21; dieser Vers wurde in der 2016ner Einheitsübersetzung hinter einer Anmerkung versteckt, in der King James Version steht: „Howbeit this kind goeth not out but by prayer and fasting.“) und werden empfindsamer für die feine und leise Stimme des Geistes, die uns Erkenntnis verleiht (Alma 5:46). Wenn der Herr uns dann unsere sehnliche Bitte erfüllt hat, sind wir dann auch dankbar und teilen ihm gegenüber dies auch in Gebeten „… mit überaus großer Freude?“ mit? Dieses zum Ausdruckbringen deiner Dankbarkeit wiederum wirkt positiv auf deine Stimmung zurück. Du bekommst ein tieferes Gefühl der Befriedigung der Zufriedenheit und deine Freude vergrößert sich noch. Kurz: Dankbarkeit macht glücklich! Welche Erfahrungen hast du schon diesbezüglich gemacht?

(Bild: Quelle)

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Moroni veranlasste, dass das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte

Zerahemnach sagt Moroni, dass er und sein Volk nicht daran glauben würden, dass es ein Gott ist, der ihnen so viel Macht verlieh. (Alma 44:9). Zerahemnach unternahm dann aus lauter Wut einen Mordversuch an Moroni, der aber vereitelt wurde (Alma 44:12). Einige Lamaniten gaben vor Furcht ihren Kampf auf, der Rest, von Zerahemnach aufgestachelt, stieg wieder in den aussichtslosen Kampf ein (Alma 44:13-18). „Als nun Zerahemnach sah, daß sie alle nahe daran waren, vernichtet zu werden, schrie er mächtig zu Moroni und versprach, wenn sie das Leben der Verbliebenen schonten, dann würden er und auch sein Volk mit ihnen das Bündnis eingehen, nie mehr zum Krieg gegen sie zu ziehen. 20  Und es begab sich: Moroni veranlaßte, daß das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte. Und er nahm den Lamaniten die Kriegswaffen weg; und nachdem sie mit ihm ein Friedensbündnis eingegangen waren, ließ man sie in die Wildnis wegziehen.“ (Alma 44:19-20).

Moroni veranlasste, dass das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte. An diesem Verhalten können wir erkennen, dass Moroni kein blutrünstiger Heerführer war. Als Zerahemnach seine unausweichliche Niederlage kommen sah, war er endlich zu einem Friedensbündnis bereit und Moroni ging ohne Weiteres auf die Bitte ein und entließ sie, nachdem sie die Waffen abgeliefert hatten, ohne weitere Bedingungen zu stellen, in die Wildnis.

Was kann ich daraus für mein Verhalten lernen? Sollte jemand mit mir Streit beginnen, ich dabei in eine vorteilhafte Situation kommen, werde ich diese nutzen, um Verbindlichkeiten zu vereinbaren, die eine Wiederholung ausschließen. Sind diese Bedingungen für meinen `Gegner´ nicht annehmbar, und er weiter gegen mich vorgehen, werde ich mich mit angemessenen Mitteln weiter zur Wehr setzen. Sieht mein Gegner irgendwann dann doch ein, dass seine Situation ausweglos ist, und ein Friedensangebot auf Grundlage meiner schon gemachten Bedingungen, unterbreitet, werde ich die Situation nicht ausnutzen, um für mich noch bessere Konditionen herauszuschlagen. Ich werde auf seine Bitte eingehen, den Streit beenden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten, und gemachte Zusagen einhalten. Wie gehst du in Streitfällen vor?

Lamanites walking away from NephitesMoroni beendete den Kampf und nahm den Lamaniten die Waffen ab. Nachdem die Lamaniten versprochen hatten, nicht wieder zu kämpfen, durften sie fortziehen.
(Bild: Quelle)

Wir werden nicht zulassen, dass wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir … ihn brechen werden

Nachdem der nephitische oberste Befehlshaber ihrer Streitkräfte, Moroni, mit seinem Befehl an Zerahemnach, den obersten Befehlshaber der lamanitischen Angreifer zu Ende gekommen war, „… begab es sich: Als Zerahemnach diese Worte gehört hatte, trat er vor und übergab sein Schwert und seinen Krummdolch und seinen Bogen in die Hände Moronis und sprach zu ihm: Siehe, hier sind unsere Kriegswaffen; wir wollen sie euch abliefern, aber wir werden nicht zulassen, daß wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir und auch unsere Kinder ihn brechen werden; aber nimm unsere Kriegswaffen und laß uns in die Wildnis ziehen; andernfalls wollen wir unsere Schwerter behalten, und wir werden zugrunde gehen oder siegen.“ (Alma 44:8).

Wir werden nicht zulassen, dass wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir … ihn brechen werden. Mit einem Eid bekräftigt man eine persönliche Zu- oder Aussage. Durch ihn ist derjenige, der ihn ablegt, zur Wahrheit und zum Tragen der Konsequenzen der Eidaussage verpflichtet. So verpflichtet der altgriechische Eid des Hippokrates (griechischer Arzt von Kos, um 460 bis 370 v. Chr.), Ärzte zur Einhaltung ihrer Berufspflichten und ethischer Prinzipien (u. a. Kranke vor Schaden zu bewahren, die Pflicht zur Verschwiegenheit).

Im religiösen Bereich ist ein Eid ein heiliger Bund oder ein heiliges Versprechen. Doch auch Satan veranlasst seine Anhänger Eide einzugehen, um ihre bösen Ziele zu erreichen. Der Herr hat in alttestamentlicher Zeit zwar Eide erlaubt, sie durften aber nicht im Namen Gottes oder seiner Schöpfungen geleistet werden (Matthäus 5:33-37). So hat der Herr z. B. Abraham einen Eid geleistet, aus ihm ein großes Volk erwachsen zu lassen (Genesis 26:3; Genesis 17:2). Auf der anderen Seite stiftete Satan Kain an ein schreckliches Vorhaben zu planen und auszuführen und beim lebendigen Gott zu schwören, dies keinem zu verraten (Köstliche Perle Mose 5:29). Bevollmächtigte heilige Handlungen in der Kirche von Jesus Christus, die für Zeit und Ewigkeit gelten sollen – z. B. die Eheschließung im Haus des Herrn – werden durch Eide bekräftigt und müssen den Stempel der Gültigkeit durch den Heiligen Geist erhalten, wenn sie in Kraft treten sollen (Lehre und Bündnisse 132:7). Ich lerne von Zerahemnach, dass ich mir der Bedeutung der Ablegung eines Eides bewusst sein und mir vorher im Klaren sein muss, ob ich ernsthaft willens bin, den Schwur auch einzuhalten. Ein Bruch des Eides würde ungünstige Konsequenzen in Bezug auf das ewige Leben für mich haben. Welche Eide hast du in deinem Leben schon abgelegt?

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Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier
(Bild: Quelle)

Bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung

Nachdem Hauptmann Moroni, trotz kriegerischer Auseinandersetzungen, seinem Feind gegenüber Zeugnis über die Macht Gottes abgelegt hatte (Alma 44:3-4), spricht er nun, aus einer Position der Stärke heraus, einen Befehl im Namen des Herrn, also mit der Macht des Priestertums, aus: „Und nun, Zerahemnach, gebiete ich euch im Namen dieses allmächtigen Gottes, der unseren Arm gestärkt hat, so daß wir Macht über euch gewonnen haben, bei unserem Glauben, bei unserer Religion und bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung und bei unserer Kirche und bei dem heiligen Beistand, den wir unseren Frauen und unseren Kindern schulden, bei jener Freiheit, die uns an unsere Ländereien und unser Land bindet, ja, und auch bei der Bewahrung des heiligen Wortes Gottes, dem wir all unser Glücklichsein verdanken, und bei allem, was uns sehr teuer ist— 6  ja, und dies ist nicht alles, ich gebiete euch bei all eurem Wunsch nach Leben, uns eure Kriegswaffen auszuliefern; dann werden wir nicht nach eurem Blut trachten, sondern wir werden euer Leben schonen, wenn ihr eures Weges geht und nicht mehr zum Krieg gegen uns zieht.“ (Alma 44:5-6)

Bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung. Worum handelt es sich bei den `feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung´? Es handelt sich hierbei um Handlungen der Gottesverehrung, die nach einer vorgeschriebenen Form ablaufen – Rituale mit hohem Symbolgehalt – und sehr feierlich sind. Sie sind meist begleitet von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten.

Auch das Alte Testament lehrt die Israeliten feierliche Handlungen (Exodus 18:20; King James Version, weil dort der Begriff `ordinances´ genannt wird, also zu Deutsch `Verordnungen, Riten, Sakramente´, also feierliche Handlungen der Gottesverehrung). Welche feierlichen Handlungen kennen wir heute in der Kirche des Herrn? Da gibt es den Krankensegen (Jakobus 5:14-15), das Abendmahl (Moroni 4:1-3; 5:1-2), die bevollmächtigte Taufe durch Untertauchen (Matthäus 3:16; Lehre und Bündnisse 20:72-74), die Kindessegnung (Lehre und Bündnisse 20:70), die Konfirmation – Übertragung des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 33:15), Übertragung des Priestertums (Lehre und Bündnisse 107:18-21), die feierlichen heiligen Handlungen im Tempel (Lehre und Bündnisse 124:39) und die Eheschließung im neuen und immerwährenden Bund (Lehre und Bündnisse 132:19–20). Natürlich muss man sich auf solche feierlichen Handlungen entsprechend vorbereiten und sich ihrer würdig erweisen. Welche feierlichen Handlungen hast du schon erlebt?

feierliche handlungen

Eheschließung im Hause des Herrn
(Bild: Quelle)

Nun seht ihr, dass ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt

Hauptmann Moroni weiter zu Zerahemnach, dem Heerführer der Lamaniten: „Nun aber seht ihr, daß der Herr mit uns ist; und ihr seht, daß er euch in unsere Hände gegeben hat. Und nun möchte ich, daß ihr versteht, daß uns dies wegen unserer Religion und unseres Glaubens an Christus geschieht. Und nun seht ihr, daß ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt.“ (Alma 44:3).

Nun seht ihr, dass ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt. Die Nephiten standen fest in ihrem Gottesglauben und so fühlten sie sich durch den Herrn in ihrer rechtschaffenen Verteidigungsanstrengung durch ihn gestärkt. Ich denke an die unzähligen kriegerischen Auseinandersetzungen des Volkes Israel mit ihren Nachbarstaaten. Solange sie dem Herrn gehorchten, führte er ihre Kriege zum Erfolg, waren sie jedoch ungehorsam, wurden sie von ihren Feinden geschlagen. Ein bekanntes Beispiel zeigt sich in der Einnahme Jerichos. Der Herr sagte zu Josua, dem späteren Nachfolger des Mose (Numeri 27:18-20): „Sieh her, ich gebe Jericho und seinen König samt seinen Helden in deine Hand.“ (Josua 6:2). Als Zweites der unzähligen Beispiele sei der Krieg des Königs von Aram gegen Israel genannt. Die Aramäer umstellten mit einem riesigen Heer die Stadt Dotan. Als der Diener des Gottesmannes Elischa ihre Lage sah, war er erschrocken. Elischa sagte jedoch: „Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen.“, und betete zum Herrn, dass er dem Diener die Augen öffnen möge. Als dieser Wunsch erfüllt war, sah dieser „den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen.“ (2. Könige 6:17-21). Mithilfe des Herrn, führte Elischa die Angreifer mitten nach Samaria hinein. Dort wurden sie verköstigt und zu ihrem Herrn zurückgeschickt, ohne dass irgendjemandem Leid zugefügt wurde (2. Könige 6:23).

Ich lerne aus den Begebenheiten, dass ich treu in meinem Glauben bleiben muss, egal, in welche scheinbar ausweglose Situationen ich auch kommen mag. Wenn ich zu dem Herrn stehe und mir nichts Unrechtes habe zuschulden kommen lassen, kann ich davon ausgehen, dass vom Herrn alles, was ich nicht selber beeinflussen kann, zu einem guten Ende geführt werden wird (Alma 44:4). Dabei bin ich so vertrauensvoll, dass ich dem Herrn überlasse, wie das Ende aussehen wird. Da fällt mir der Refrain eines Liedes von Katja Ebstein ein: „Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen. Wunder gibt es immer wieder, wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn.“ Was tust du, damit dein Glaube nicht zerstört werden kann?


(Kolosser 1:23; Bild: Quelle)

Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion

Der oberste Befehlshaber der Nephiten, Moroni, weiter im Verhandlungsgespräch mit Zerahemnach, dem obersten Befehlshaber der lamanitischen Angreifer: „Siehe, wir sind nicht hergekommen, um gegen euch zu kämpfen, daß wir um der Macht willen euer Blut vergießen; wir haben auch nicht den Wunsch, irgend jemand unter das Joch der Knechtschaft zu bringen. Aber genau das ist der Grund, warum ihr gegen uns gezogen seid; ja, und ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion.“ (Alma 44:2).

Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion. In diesem Zusammenhang fällt mir sofort die jüngste Kirchengeschichte ein. Joseph Smith hatte, vom Herrn beauftragt, seine Kirche hier auf Erden wiederhergestellt (Lehre und Bündnisse 21:3). Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden die Mitglieder der Kirche sofort verfolgt. Sie mündete in der Ausrottungsverordnung des Gouverneurs von Missouri, Lilburn Boggs vom 27. Oktober 1838 (siehe hier). Diese Verordnung bezweckte, die Mitglieder der Kirche aus Missouri zu vertreiben, und zwar aufgrund der Ausübung ihres Glaubens.

Auch heute noch werden Menschen wegen ihres `anderen´ Glaubens verfolgt. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist seit je her ein Verfechter der Religionsfreiheit. Einer ihrer Glaubensartikel, von Joseph Smith aufgestellt, besagt: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ (Glaubensartikel 1:11). Auch heute stehen die Mitglieder der Kirche dafür ein. Dieter F. Uchtdorf, bis zum Tode von Präsident Monson zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, sagte: „Die Mitglieder der Kirche streben an, zwischen Menschen aller Religionen und jeglicher politischer Überzeugung oder Herkunft ein wohlwollendes Miteinander zu schaffen“ (siehe hier). „Es darf keine Fehde zwischen Religion und Staat geben“, sagte Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel im Oktober 2015 und führt weiter aus: „In einer Atmosphäre der Wut, der Anfeindung und des Streits kann es nur Verlierer geben“, (siehe hier). Ich habe inzwischen sehr tief verinnerlicht, andersgläubige Menschen zu respektieren und nicht verbal oder sonst wie zu bekämpfen, sondern alle Menschen als Kinder ein und desselben Gottes anzusehen. Stehen sie bei mir vor der Tür, dann bin ich aufrichtig freundlich, höre sie an und teile ihnen mit, dass ich ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bin, ihre Bemühungen und ihren Dienst lobenswert finde und mich über ihren Einsatz freue und dass ich Gleiches für meinen Glauben tue. Mit einem guten Gefühl verabschieden sie sich dann und gehen wieder. Wie stehst du zu Andersgläubigen?

Ausrottungsverordnung (Bild: Quelle)

Wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein

Moroni, der oberste Hauptmann über alle nephitischen Heere (Alma 43:16-17) steigt in Friedensverhandlungen mit Zerahemnach, dem obersten Befehlshaber der lamanitischen Heere (Alma 43:44), ein, nachdem seine Heere mithilfe des Herrn im Vorteil waren (Alma 43:52-53): „Und es begab sich: Sie hörten auf und zogen sich ein Stück von ihnen zurück. Und Moroni sprach zu Zerahemnach: Siehe, Zerahemnach, wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein. Ihr wißt, daß ihr in unseren Händen seid, doch wir haben nicht den Wunsch, euch zu töten.“ (Alma 44:1).

Wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein. Wir erkennen, dass Moroni ein gottesfürchtiger Heerführer war. Zunächst hatte er den Propheten Alma bitten lassen, den Herrn zu befragen, inwiefern sie sich gegen die Angriffe der Lamaniten verteidigen könnten (Alma 43:23), befolgte das Wort des Herrn (Alma 43:24), und als er sah, dass er eindeutig im Vorteil war, begann er unverzüglich Gespräche zur Beilegung des Konfliktes, um nicht noch mehr Blut zu vergießen.

In meinem Leben gibt es hier und da auch mal Auseinandersetzungen, allerdings glücklicherweise nicht mit Waffengewalt. Ich lerne aus dem Verhalten Moronis im übertragenen Sinn, nicht den Wunsch zu verfolgen, Mitmenschen in ihrer Meinung oder Ansicht zu unterdrücken und mundtot zu machen, also kein `Wortgefecht´ – eine heftige Auseinandersetzung mit Worten – zu führen. Auch wenn es sich `nur´ um Worte handelt, kann dieses Gefecht doch ganz schnell in Gewalt ausufern. Wobei ja auch Worte bis aufs Mark verletzend sein können. Eine fernöstliche Weisheit besagt: „Eine von Pfeilen verursachte Wunde vernarbt; ein von der Axt niedergehauener Wald schießt wieder empor; ein böses Wort, das die Zunge ausspricht, ist abscheulich; eine durch verletzende Worte geschlagene Wunde aber vernarbt niemals.“ Ich will darauf bedacht sein, meine Zunge nicht als scharfes Schwert einzusetzen (Psalm 57:5), sondern mich darin üben, mit Worten aufzubauen (1. Petrus 3:10; lies gerne auch hier). Wie vermeidest du Wortgefechte, wenn du dich angegriffen fühlst?

wortkrieg(Bild: Quelle)